Taufe und Konfirmation
- 6. Juli 2015
- 3 Min. Lesezeit

Unseren dritten Gottesdienst in Namibia erleben wir in Otjiwarongo.
Und wir können uns glücklich schätzen diesen mitgestalten zu dürfen, denn es ist ein ganz besonderer Tag.
25 Kinder werden getauft und 25 Jugendliche konfirmiert.
Wie zu erwarten, füllt sich die Kirche rasch. Wer um 8.30 Uhr nicht dort ist, bekommt keinen Platz mehr in der Kirche. So sammeln sich die Menschen auf dem Kirchplatz. Die Türen bleiben offen, damit alle den Gottesdienst mitverfolgen können.
Wie schon in den Wochen zuvor wird gesungen und gefeiert.
Die Konfirmanden tragen alle einen schwarzen Anzug und die Konfirmandinnen weiße Kleider und weißen Haarschmuck.
Pünktlich um 9.00 Uhr betreten Pastor Guidao-oab und Pastor Olaf Maeder die Kirche.
Letzterer wurde gebeten, an dem heutigen Sonntag die Predigt zu halten.
Nach den Begrüßungen und den ersten Lieder folgt der bekannte Geburtstagssegen. Jeder der in der letzten Woche Geburtstag hatte tritt vor, spendet etwas für die Gemeinde und bekommt einen persönlichen Segen.
Es folgt die allwöchentliche Liturgie und eine Predigt über Lebensziele und Gottvertrauen, die viel Anklang in der Gemeinde findet.
Dann wird die Taufzeremonie eingeleitet. Alle Familien, die ihr Kind taufen lassen wollen, werden in den Altarraum gebeten. Es scheint schon keinen Platz mehr zu geben, aber immer noch strömen Familien in die Mitte. Einige hatten bis dato den Gottesdienst von draußen verfolgt und finden sich nun vor dem Altar ein. Nachdem alle bekannt haben, ihre Kinder im christlichem Glauben erziehen zu wollen, taufen beide Pastoren parallel die Kinder. Wer schon an der Reihe war knipst ein paar Bilder vor dem Altar und macht dann Platz für den nächsten. Nach zweieinhalb Stunden schließt die Taufe mit dem Familiensegen, den alle gemeinsam erhalten, und dem Gemeindelied
„Liebster Jesu wir sind hier“, - natürlich in Afrikaans.
Nun wird zur Konfirmation übergeleitet. Nachdem die Konfirmanden ihren Glauben bekannt haben treten die Jugendlichen in Gruppen vor den Altar und werden eingesegnet.
Nach dreieinhalb Stunden versammeln sich verschiedenste Gemeindemitglieder im Altarraum und tanzen.
Erst ist schwer nachzuvollziehen, was der Grund dafür ist. Doch die Lösung ist ganz einfach. Jeder, der das Bedürfnis hat sich zu bewegen, ist eingeladen in die Mitte zu kommen und mitzutanzen.
Die nachfolgende Abendmahlzeremonie wird auch immer wieder durch solche Tanzeinladungen unterbrochen.
Während der Kollekte, die anders als bei uns üblich nicht eingesammelt wird, sondern von jedem Gemeindeglied persönlich zum Altar gebracht, spielen wir etwas aus unserem Repertoire.
Nach viereinhalb Stunden erklärt Pastor Guidao-oab den offiziellen Teil des Gottesdienstes für beendet. Eine Frau erhebt sich. Sie habe nicht geübt, aber ihr wäre es ein wichtiges Anliegen, den Gästen noch ein Lied zu singen. Natürlich bleiben alle sitzen und hören der Darbietung zu, der man erst zum Ende anmerkt, dass es ein deutsches Lied ist. Ein großes Dank für diese anrührende Geste.
Noch einmal meldet sich der Gottesdienstleiter zu Wort.
Er wäre ja froh, dass der Gottesdienst viel kürzer war, als er erwartet hätte. So könne ihm sicher noch jeder gut zuhören, denn er hätte noch die Nominierungen für die Wahlen des Presbyteriums und des Finanzausschusses zu verlesen.
Nach fünf Stunden reicht man sich die Hände bevor alle unter der Musik einer Solistin die Kirche verlassen.

Für uns heißt es schon wieder Abschied nehmen.
Während wir mit den Mitgliedern des Jugendchores ab Montag ein weiteres Projekt starten,
müssen wir uns von der Brassband verabschieden.
Wir bekommen einen Wanderstock geschenkt, als Symbol, dass unsere weiteren Wege sicher sein sollen. Und einen Bogen, dessen Pfeile in Otjiwarongo bleiben. Zwei Teile, die eigentlich zusammengehören, werden nun weit voneinander entfernt ihren Platz finden.
Das soll jede Gruppe daran erinnern, dass wir etwas Tolles zusammen erlebt haben.
Dankbar nehmen wir diese Gaben, nicht ohne die Sorge, wie wir diesen fast Mannshohen Bogen mit in den Flieger bekommen.

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