Khorixas
- 1. Juli 2015
- 3 Min. Lesezeit

Natürlich werden wir in unserer Partnergemeinde auch von der Bürgermeisterin empfangen.
Sie zeigt uns Khorixas. Der Ort scheint so klein, obwohl er fast doppelt so viele Einwohner hat wie Westerkappeln.
Schnell merken wir, dass Khorixas mehrere Gesichter hat.
Der Ort wird von Touristen nur zum Zwischenstopp genutzt, um die umliegenden Sehenswürdigkeiten gut zu erreichen. Kaum jemand bleibt länger als eine Nacht.
Und so findet man in Khorixas noch ein authentisches Bild eines namibischen Dorfes. Eines, in dem sich noch nicht ein Zentrum für die Touristen gebildet hat, wobei die Locations immer weiter nach außen gedrängt werden.
Wir sehen neuere Bauwerke, wie das Rathaus, das Museum über die Lebensweise der Damara, das Stadion oder die Veranstaltungshalle, auch ein Kindergarten gehört zu den Gebäuden, die für uns in Größe und Bauart zu einer Stadt passen. Viele dieser Gebäude konnten entstehen, da ihr Bau auch von deutschen Organisationen mitgetragen wurde.
Zwei Projekte werden aktuell von Westerkappeln unterstützt.
Zum einen die geplante Fahrradwerkstatt. Diese soll in einem ehemaligen Kindergarten entstehen. Das Gebäude scheint gut geeignet für das Vorhaben. Wir kennen den Ort, da die Brassband dort ihre Proberäume hat. Das Gebäude ist so gut abgesichert, dass die Brassband hier auch ihre Instrumente lagert. Das ist ein wichtiger Aspekt, an den wir uns auch erst gewöhnen mussten. Wir konnten unsere Instrumente z.B. nicht in der Location Church lassen, „It isn't save“, eine Aussage die nach unserem Empfinden so gar nicht zu einer Kirche passt. Zu wissen, dass das Gebäude, in das die Fahrradwerkstatt einzieht, gut abgesichert ist, ist doch ein gutes Gefühl.
Zum Zweiten unterstützt Westerkappeln das Gartenprojekt. Es liegt ziemlich brach, was im Winter nicht weiter verwunderlich ist. Jedoch hat es schon im Sommer Probleme gegeben. Vor allem die Wasserversorgung stellt ein großes Problem dar. Das Gelände wurde von einem Vorgängerprojekt genutzt, eine Wasserrechnung ist offen geblieben. So ist es im ersten Jahr zu keiner Ernte gekommen. Doch aus diesen Planungsfehlern will man lernen. Der Garten soll umgesiedelt werden, an eine Stelle, an der die Wasserversorgung durch eine Wasserleitung der Kommune sichergestellt ist. Der Betreiber der benachbarten Viehauktion hat sich bereit erklärt, auch mit auf das Projekt zu schauen und bei Bedarf das Wässern zu übernehmen. Doch es gibt noch viel zu tun, unter anderem muss noch viel Unrat beseitigt werden. Wir sind gespannt.
Stolz zeigt uns Frau Moloto die von der Gemeinde errichteten Locations. Steinhäuser, für unser Empfinden erschreckend klein, doch wer es sich leisten kann so ein Haus zu mieten, gehört in Khorixas eindeutig zu den Bessergestellten. Khorixas würde gerne jedem Bewohner so ein Haus anbieten, doch das ist noch nicht möglich.
Wer es sich nicht leisten kann, wohnt in selbstgebauten Hütten. Mit viel Kreativität wird alles was sich so finden lässt als Baumaterial genutzt, um eine Unterkunft zu errichten, in der es Strom, aber kein fließendes Wasser gibt. Dieses bekommt man an Zapfstellen auf der Straße. Das ist schon ein super Fortschritt. Jede Hütte hat einen Chip mit dem das Wasserzapfen möglich ist. Dieser kostet 5 Namibische Dollar (ca. 40 Cent) und sichert so auch den Ärmsten den Zugang zu frischem Wasser.
Man kommt sich ein wenig vor, wie ein Schaulustiger, ohne es zu wollen dringt man tief ein, in die Privatsphäre anderer Menschen.
Aber natürlich müssen wir auch diese Seiten von Khorixas kennen lernen, denn nur so kann man begreifen, welche Kluft, Wassermangel und Armut in eine Stadt bringen kann. Es ist schwierig mit der Situation umzugehen und diese langwierig zu verbessern.
Es ist Wirtschaftsausstellung in Khorixas. Die Veranstaltungshalle ist voll mit Ständen zu Recycling, Gemeindeverwaltung, Textilherstellung, Wahlverfahren und Naturkunde.
Wir erfahren viel Wissenswertes über Khorixas und die Region.
Am Samstag schließt die Expo mit einem Open Air Konzert im Stadion.
Die Bürgermeisterin hat organisiert, dass auch wir dort spielen.
Der Soundcheck auf so einer professionellen Bühne ist einfach fantastisch.
Doch leider planen uns die Veranstalter nicht als Vorband, sondern wollen, dass wir zwischen den Profibands spielen. Doch dabei fühlen wir uns nicht wohl, wir lehnen dankend ab, man muss auch seine Grenzen kennen. So feiern und tanzen wir doch lieber mit unseren neuen Freunden.
Voll mit den Unterschiedlichsten Eindrücken verlassen wir Khorixas. Verschiedenste Wünsche und Bitten im Gepäck.

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